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Von Kuchen, Käuflichkeit & einem Liebesdienst

Eines vorweg – diesen Blogbeitrag schreibe ich, weil ich zu den Ereignissen, die diesem Beitrag vorausgingen, quasi bezahlt worden bin. Quasi deshalb, weil nicht ein Geldbetrag auf mein Konto gewandert ist, sondern ich in Form eines Abendessen für mich und meinen Liebsten entlohnt worden bin.

Blogger-Relations sind ja der „neue“ heiße Scheiß im Handköfferchen der PR-Agenturen. Trotz der bescheidenen Reichweite der „Küchenzicke“ erreichen mich auch immer mal wieder diverse Anfragen, die mir nur mäßig gefielen. Die deutsche Pressevertretung des italienischen Kuchenherstellers Bauli hat nun zur Weihnachtszeit Blogger eingeladen, auf ihre Kosten essen zu gehen und sich damit eventuell mit einem Rezept oder Blogbeitrag über ihr bekanntestes Produkt, den Panettone, zu revanchieren. Ihr kennt sicherlich diese riesigen Kartonagen, die zur Weihnachtszeit bei jedem Eck-Italiener rumstehen und an treue Gäste verschenkt werden. In ihr ruhen im besten Fall ein saftiges Hefegebäck von der Größe eines Fußballs, das mit Rosinen und kandierten Orangenstücken aromatisiert ist.

Meine Idee war nun, ich werde zum Essen eingeladen, bekomme das Weihnachtsgebäck und überlege mir dazu ein Rezept. Da die Einladung in ein bekanntes italienisches Promi-Lokal in Köln erfolgen sollte, konnte ich nicht widerstehen und sagte zu. Mit meinem Liebsten am Arm hatte ich mich auf ein leckeres Essen in trauter Zweisamkeit eingestellt – mit maximal Panettone zum Nachtisch. Wir bekamen: Panettone-Bruscetta mit feinsten italienischen Antipasti, Rindfleisch in Rotwein-Panettone-Sößchen und zum Abschluss eine ganze Schichttorte mit Panettone-Boden, Früchten und Mascarpone-Creme. Weshalb mir dieses sicherlich gut gemeinte Menü immer noch Tränen in die Augen treibt: Mein Mann HASST Rosinen und kandierte Früchte! Da saßen wir nun – kritisch beäugt vom Geschäftsführer des Restaurants, der uns seit unserer Ankunft wortreich von den Schwierigkeiten bei der Zubereitung mit Panettone erzählt hat, vor einem riesigen Teller mit Panettone-Bruscetta, den wir unmöglich unberührt wieder in die Küche gehen lassen konnten. Mein Mann hat mit Todesverachtung die gerösteten Teilchen, die mit köstlichen, hausgemachten Antipasti belegt waren, gegessen und auch das restliche Menü klaglos verspeist.

Als Gegenleistung für diesen Liebedienst, den er mir damit erwiesen hat, musste ich versprechen, für den Rest seines Lebens niemals, nie nicht mehr auch nur Rosinen in seine Nähe zu bringen. Den Bauli-Kuchen, den ich für mein Rezept ebenfalls geschenkt bekommen habe, durfte ich also nicht auspacken. Meine Kollegen haben sich umso mehr über den Kuchen zum Naschmittagskaffee gefreut. Nicht vorenthalten möchte ich Euch aber das Video, in dem man ein wenig über die Produktion dieses traditionellen Weihnachtskuchen erfährt:

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